Handel & Direktvermarktung

Lebensmittelverschwendung: Supermärkte entsorgen dreimal mehr als sie spenden

Österreichs Supermärkte entsorgen dreimal mehr Lebensmittel als sie spenden, ein ökologischer und moralischer Missstand, kritisiert die Grüne Konsumentenschutzsprecherin Ulrike Fischer angesichts neuer Zahlen.

Laut einer aktuellen Erhebung des Grünen Klubs im Parlament werfen Supermärkte in Österreich mehr als dreimal so viele genusstaugliche Lebensmittel weg, als sie spenden. Die Konsumentenschutzsprecherin der Grünen, Ulrike Fischer, kritisiert diese Praxis, vor allem unter der Berücksichtigung, dass viele Menschen aktuell unter ökonomischem Druck stehen. Seit einer Gesetzesnovelle im vorherigen Jahr sind Lebensmitteleinzelhändler, die entweder eine Verkaufsfläche von mehr als 400m² haben oder über fünf Verkaufsstellen verfügen, verpflichtet, vierteljährlich Daten zu entsorgten und gespendeten Lebensmitteln zu melden. Im letzten Quartal 2023 wurden demnach 16.200 Tonnen Lebensmittel entsorgt, während nur 4.900 Tonnen gespendet wurden. Diese Menge an weggeworfenen Lebensmitteln entspräche einem 18 Kilometer langen Stau, wenn man sie in LKWs laden würde. Fischer betont, dass zur Erreichung des Ziels, Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren, Anstrengungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig sind und verweist darauf, dass die Verschwendung von Lebensmitteln nicht nur eine Verschwendung von Ressourcen, sondern auch eine große Klimasünde darstellt.

Lebensmittelverschwendung fördert Armut

Die Problematik der Lebensmittelverschwendung betrifft nicht nur die Umwelt und das Klima, sondern hat auch direkte soziale Auswirkungen. In Österreich gibt es eine lange Tradition der Solidarität und des Teilens, insbesondere in schwierigen Zeiten. Organisationen wie die Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen, sind ein wichtiges Element im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Armut. Lebensmittelspenden aus Supermärkten sind eine wesentliche Ressource für diese Organisationen.

Konsumentenschützerin der Grünen Ulrike Fischer kämpft gegen die Lebensmittelverschwendung. © Die Grünen

Umdenken von Gesellschaft & Politik dringend notwendig

Eine strategische Verringerung der Lebensmittelverschwendung erfordert ein Umdenken und gemeinsame Anstrengungen aller Akteure. Hierbei spielen technologische Innovationen, wie verbesserte Lager- und Transportmethoden, ebenso eine Rolle wie Veränderungen bei den Verbrauchern. Ein wichtiger Ansatz ist das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und Konsumenten über den Wert von Lebensmitteln und die Auswirkungen ihrer Konsumgewohnheiten aufzuklären. Zudem könnten gesetzliche Anreize für Supermärkte geschaffen werden, um die Lebensmittelspenden anstelle der Entsorgung zu fördern.

Jahr Entsorgte Lebensmittel (Tonnen) Gespendete Lebensmittel (Tonnen)
2023 16.200 4.900

Diese Tabelle illustriert die Differenz zwischen den entsorgten und den gespendeten Lebensmitteln im letzten Quartal 2023 und hebt die Dringlichkeit auf, gegen diese Verschwendung vorzugehen.

Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung erfordert ein fortgesetztes Engagement aller Beteiligten – von der Politik über den Handel bis hin zur Zivilgesellschaft. Die österreichische Tradition der Solidarität und des Teilens bietet hierfür eine wertvolle Grundlage.

 

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"