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Stärkung der lokalen Wirtschaft: Wie Tirols Lebensmittelhandwerk trotz globaler Krisen Bestand hat

Im Herzen Tirols, speziell im Bezirk Reutte, zeigen etwa 40 Bäckereien, Metzgereien und weitere Nahrungs- und Genussmittelbetriebe eindrucksvoll, wie essentiell das Lebensmittelhandwerk für die regionale Wirtschaft ist. Trotz globaler Krisen und lokaler Herausforderungen tragen diese Betriebe nicht nur zur Nahversorgung bei, sondern leisten auch einen signifikanten Beitrag zur Wertschöpfung und zum Bruttoinlandsprodukt Tirols.

Das Lebensmittelgewerbe im Bezirk Reutte zeigt eindrücklich, dass regionale Handwerkskunst und lokale Produktion mehr als nur eine Versorgungsfunktion haben. „Sie sind eine tragende Säule unserer lokalen Wirtschaft“, erklärt Georg Schuler, der Innungsmeister der Tiroler Lebensmittelgewerbe. Die Betriebe stärken mit ihrer täglichen Arbeit nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern tragen auch zur kulturellen Identität Tirols bei.

Widerstandsfähigkeit in schwierigen Zeiten

Trotz der Konfrontation mit globalen Herausforderungen wie der Pandemie, Lieferschwierigkeiten und dem Ukraine-Krieg haben die Lebensmittelbetriebe in Tirol ihre Widerstandskraft unter Beweis gestellt. Besonders die massiven Kostensteigerungen bei Mieten, Energiepreisen und Finanzierungen sowie der Fachkräftemangel stellten die Betriebe vor große Herausforderungen. „Wir können diese Preissteigerungen nicht 1:1 an unsere Kund:innen weitergeben“, so Schuler.

Die Rolle des Tourismus

Der Tourismus spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensmittelgewerbe in Tirol. Ein starkes Tourismusjahr 2022/2023 hat positive Effekte auf die lokalen Produzenten. „Die Lebensmittelgewerbe brauchen den Tourismus als wichtige Stütze und der Tourismus wiederum braucht diese, um den Gästen regionale Produkte in entsprechender Qualität anbieten zu können“, betont Schuler.

Wirtschaftliche Bedeutung und Ausbildung

Eine Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) zeigt, dass die Lebensmittelgewerbe einen erheblichen Beitrag zur Wertschöpfung in Tirol leisten. „Es geht nicht nur um den direkten wirtschaftlichen Beitrag, sondern auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Förderung von Fachkräften durch neue Ausbildungsmöglichkeiten“, erklärt Gerhard Gstrein, Sprecher der Tiroler Bäcker:innen. Mit der Einführung der Ausbildung zur Junior-Bäckerin bzw. zum Junior-Bäcker reagieren die Betriebe proaktiv auf den Fachkräftemangel.

Unterstützung für die Zukunft

Die Tiroler Lebensmittelgewerbe fordern Anpassungen bei der Nahversorgerprämie und eine stärkere Berücksichtigung regionaler Produkte in öffentlichen Einrichtungen. „Das wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, sagt Schuler. Simon Franzoi, Innungsgeschäftsführer, fügt hinzu: „Die Menschen in öffentlichen Einrichtungen bekommen Produkte in bester regionaler Qualität und die Betriebe steigern ihren Absatz.“

Online-Plattform als Schaufenster

Um das Bewusstsein und die Wertschätzung für das lokale Handwerk zu fördern, haben die Tiroler Lebensmittelgewerbe die Plattform www.tirol-schmeckt.at ins Leben gerufen. „Unser Angebot erreichte allein im vergangenen Jahr mehr als 600.000 Menschen“, berichtet Franzoi stolz. Die Website dient als digitales Schaufenster für die Vielfalt und Qualität der regionalen Produkte.

Fazit

Die Lebensmittelgewerbe im Bezirk Reutte und in ganz Tirol zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung von Tradition, Qualität und regionaler Verbundenheit ist. Trotz globaler Herausforderungen beweisen sie Resilienz und Innovationskraft, die nicht nur die lokale Wirtschaft stärken, sondern auch zur Lebensqualität in der Region beitragen.

Online-Präsentation: Zahlen und Fakten der Tiroler Lebensmittelgewerbe


Übersicht: Lebensmittelgewerbe in Tirol

Branche Anzahl aktiver Mitglieder in Tirol Anzahl im Bezirk Reutte
Bäckereien 144 12
Konditoreien 118 8
Metzgereien 125 4
Nahrungs- und Genussmittelbetriebe (NUGS) 233 18
  • Gesamtzahl der Mitglieder in Tirol: 580
  • Gesamtzahl der Mitglieder im Bezirk Reutte: 38

Wirtschaftlicher Beitrag

  • Jährliche Wertschöpfung in Tirol: 512,9 Millionen Euro
  • Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt in Tirol: 657,1 Millionen Euro
  • Beschäftigungseffekt: 6.319 Vollzeitäquivalente
  • Einkommenseffekt: 272,4 Millionen Euro jährlich

Herausforderungen und Maßnahmen

  • Preissteigerungen: Signifikante Erhöhungen bei Mieten, Energiepreisen und Finanzierungen
  • Fachkräftemangel: Mehr als die Hälfte der Mitglieder stark bis existenzbedrohend betroffen
  • Neue Ausbildung: Einführung der Ausbildung zur Junior-Bäckerin bzw. zum Junior-Bäcker nach Ostern

Unterstützungsbedarf

  • Nahversorgerprämie: Forderung nach einer Anpassung, um allen Mitgliedern der Tiroler Lebensmittelgewerbe zu gelten
  • Regionalität in öffentlichen Einrichtungen: Appell, mehr Produkte von heimischen Betrieben zu beziehen

Online-Plattform: www.tirol-schmeckt.at

  • Ziel: Förderung des Bewusstseins und der Wertschätzung für regionales Handwerk und Produkte
  • Reichweite: Mehr als 600.000 Menschen erreicht im vergangenen Jahr

Diese Aufstellung bietet einen umfassenden Überblick über die Zahlen und Fakten der Tiroler Lebensmittelgewerbe und unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung dieser Branche für die Region. Die dargestellten Herausforderungen und die eingeleiteten Maßnahmen zeigen den Einsatz und das Engagement der Betriebe, die Qualität und Tradition des Tiroler Handwerks zu bewahren und zu fördern.

Informierten über die Bedeutung der Lebensmittelgewerbe im Bezirk Reutte (v.l.): Simon Franzoi (Innungsgeschäftsführer), Gerhard Gstrein (Berufsgruppensprecher Bäcker:innen), Georg Schuler (Innungsmeister Lebensmittelgewerbe) und WK-Bezirksobmann Christian Strigl.
Informierten über die Bedeutung der Lebensmittelgewerbe im Bezirk Reutte (v.l.): Simon Franzoi (Innungsgeschäftsführer), Gerhard Gstrein (Berufsgruppensprecher Bäcker:innen), Georg Schuler (Innungsmeister Lebensmittelgewerbe) und WK-Bezirksobmann Christian Strigl.

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